Investoren legen viel Hoffnung in die kommende Woche. Dann nämlich trifft sich US-Präsident Donald Trump erneut mit Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping, um über ein gemeinsames Handelsabkommen zu verhandeln. "Der kommende G20-Gipfel wird entscheidend sein für den Handelskrieg zwischen den USA und China", sagt Sébastian Galy, Chefstratege bei Nordea Asset Management. Die Gespräche dürften allerdings scheitern, so seine Einschätzung.

Darauf deute die Kommunikation Pekings im Vorfeld des G20-Gipfels hin. "Chinas Bevölkerung wird derzeit vor einem neuen 'langen Marsch' gewarnt, ein Codewort für große Mühsal", sagt Galy. Das Parteiorgan der Kommunistischen Partei, Renmin Ribao, verkündete zudem jüngst in Richtung USA: "Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt", ein Ausspruch, den China erstmals vor dem Angriff auf Indien verwendet hat.

Portfolios robust aufstellen
Die Folgen eines Wiederaufflammens des Handelskriegs wären fatal: Eine Ausweitung der US-Zölle auf alle chinesischen Exporte würde laut Galy zu einer Abwertung des Renminbi führen. Auch das chinesische Wirtschaftswachstum dürfte einen empfindlichen Dämpfer erleben. "Die geschätzten Auswirkungen der Zölle reichen von weniger als einem Prozent bis zwei Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren", sagt der Anlagestratege.

Investoren sollten sich auf ein Scheitern der Gespräche einstellen und die Widerstandsfähigkeit ihres Portfolios erhöhen. Das gelingt Galy zufolge am besten mit einem Produktmix, der das Risiko entweder reduziert oder diversifiziert – beispielsweise über einen Long-Short-Aktienfonds. (fp)