Die angeschlagenen Beziehungen zwischen China und den USA haben in den letzten Monaten noch stärker gelitten – nicht zuletzt wegen der schlechten Umfrageergebnisse des republikanischen US-Präsidenten. Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management, zeigt sich skeptisch, was die weitere politische Entwicklung angeht. US-Außenminister Pompeo könnte mit Sanktionen wie dem Verbot chinesischer Apps (Stichwort "Tik Tok") den Druck erhöhen.

Diese Maßnahme dürfte gerade US-Softwarehersteller empfindlich treffen. "Man darf nicht vergessen, dass die chinesische Regierung die Nutzung vieler westlicher Apps, darunter Facebook, bereits unterbindet und Maßnahmen unternimmt, ausländische Inhalte aus ihrem Netzwerk und ihrer Wirtschaft auszuschließen", sagt Galy. Laut dem Experten dürfte sich die schlechte Luft in der Politik zurzeit wenig bis kaum auf den chinesischen Markt auswirken.

US-Dollar profitiert
Der Aufschwung im asiatisch-pazifischen Raum, angeführt von Vorreiter China, gibt Investoren trotz Spannungen Anlass zur Hoffnung. Das liegt laut Experten nicht zuletzt an der Binnennachfrage, die in dem ostasiatischen Land weitaus wichtiger geworden ist, als das in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war. Auch die regionalen Einkaufsmanagerindizes im asiatisch-pazifischen Raum stehen auf grün. Selbst der US-Dollar könnte von dem Konflikt profitieren. Risikoaverse Investoren reagieren unter solchen Spannungen nämlich in der Regel spontan mit Dollarrückkäufen. (fp)