Norwegens Staatsfonds will den Anteil von Staatsanleihen in seinem 2,3 Billionen Dollar (rund zwei Bio. Euro) schweren Portfolio reduzieren. 

Staatsanleihen sollen künftig nur noch 50 Prozent des Anleiheportfolios ausmachen, wie Norges Bank Investment Management in einem am Dienstag (1.9.) an das Finanzministerium gesandten und auf seiner Website veröffentlichten Schreiben mitteilte. Bislang haben Staatspapiere einen Anteil von 70 Prozent am Anleiheportfolio.

"Komfortabler Spielraum"
"Ein Staatsanleihenanteil von 50 Prozent bietet einen komfortablen Spielraum gegenüber der geschätzten Obergrenze für den Liquiditätsbedarf und verringert das Risiko erheblicher Marktauswirkungen im Falle eines Liquiditätsereignisses", erklärte die Norges Bank in dem Schreiben.

Nach einer Analyse der "Financial Times" könnte die Änderung die Bestände des Staatsfonds an US-Staatsanleihen um rund 80 Milliarden Dollar reduzieren. Die Vorschläge würden die Allokation in globale Staatsanleihen um rund 106 Milliarden Dollar verringern, wobei der Großteil der Reduzierung auf US-Staatsanleihen entfiele, wie die Zeitung schrieb.

Renditen deutlich gestiegen
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen war am Montag (31.8.) erstmals seit Januar 2025 über 4,75 Prozent gestiegen. Anziehende Ölpreise verstärkten die Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen anheben wird. Anleger sorgen sich um den Umfang der US-Staatsverschuldung und wägen zugleich ab, wie aggressiv die Fed die Zinsen erhöhen muss, um die Inflation zu bekämpfen.

Der Ausverkauf bei US-Anleihen hatte Finanzminister Scott Bessent dazu veranlasst, ein Anleiherückkaufprogramm auszuweiten und auf weitere ihm zur Verfügung stehende Instrumente hinzuweisen, um die langfristigen Finanzierungskosten Washingtons einzudämmen.

Neue Gewichtung vorgeschlagen
Norwegens Staatsfonds schlug zudem vor, den Staatsanleihen-Subindex nach Marktwert statt nach Bruttoinlandsprodukt zu gewichten, "da eine hohe Staatsverschuldung inzwischen ein allgemeines Merkmal entwickelter Volkswirtschaften und nicht mehr ein besonderes Merkmal einiger weniger Länder ist". (mb/Bloomberg)