Norwegens Staatsfonds Norges Bank Investment Management (NBIM) meint es mit seinen Ankündigungen vom April 2016 ernst, wie die Google-Mutter Alphabet, Mediengigant Liberty Global oder der Ölförder-Konzern Noble Corp. bestätigen können. Damals hatte der öffentliche Vermögensverwalter, der weltweit rund eine Billion US-Dollar in Aktien, Anleihen und Immobilien investiert hat, in einem Positions-Papier erklärt, er werde sich aktiv für eine Deckelung der CEO-Bezüge einsetzen. Laut ersten Angaben der globalen Investment-Chefin Carine Smith Ihenacho habe man die Stimmenanzahl, mit der man gegen erhöhte Managerbezüge vorgehe, seither deutlich erhöht – eine ordentliche Statistik liegt zwar noch nicht vor, diese würden aber im Februar 2018 nachgereicht.

Die Kernforderungen des Fonds umfassen zum ersten eine Trennung zwischen CEO- und Ausichtsrat-, beziehungsweise Verwaltungsratpositionen. Dazu sollte ein "substanzieller Anteil" des Gehaltes in Anteilen erfolgen, die zumindest fünf Jahre, vorzugsweise aber zehn Jahre gesperrt werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Halbsanfte Drohung
Der Fonds, der, nicht zuletzt um eine regionale Asset-Preis-Inflation zu verhindern, stark international engagiert ist, fordert außerdem simple und transparente Gehalts-Schemata – und geht in dieser Frage mit gutem Beispiel voran. So verdient der CEO des Fonds, Yngve Slyngstad 810.000 US-Dollar im Jahr, womit er nach oben hin eher wenige Rekorde bricht.

Wie der Fonds im Mai agieren wird, wenn die nächsten großen Hauptversammlungs-Termine anstehen, wollte Ihenacho nicht verraten, sie verlieh aber einer Hoffnung Ausdruck, die man auch als halbsanfte Drohung verstehen kann: "Wir hoffen darauf, dass die Unternehmen unseren Richtlinien folgen und wir nicht gegen ihre Vorschläge abstimmen müssen" – ein Signal, das man angesichts der Billion Dollar, die die Institution verwaltet, nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.(hw)