Die Gold-Nachfrage ist im ersten Halbjahr dieses Jahres kräftig gestiegen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Verweis auf neueste Zahlen des globalen Branchenverbandes World Gold Council (WGC). Danach wurden in diesem Jahr bislang 2.182 Tonnen Gold nachgefragt – so viel wie seit drei Jahren nicht mehr und acht Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Der Preis für eine Feinunze Gold liegt seit Juni stabil über 1.400 US-Dollar. Das ist das höchste Preisniveau seit 2013.

Nach der ersten Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed vor zwei Tagen war der Goldpreis zwar zeitweise leicht gefallen. Marktteilnehmer zeigten sich enttäuscht, weil die Fed keine weiteren Zinssenkungen angekündigt hat, sagen Experten, denn Gold profitiert normalerweise von einem Niedrigzinsumfeld. 

Goldabkommen vor dem Ende
In den vergangenen Jahren treten Zentralbanken immer stärker als Käufer von Gold in Erscheinung. Dabei sind Schwellenländer wie Russland, China und die Türkei die Hauptabnehmer. Die Zentralbanken vertrauen auf das Edelmetall, weil wirtschaftliche Risiken und geopolitische Unsicherheiten zurzeit den Markt prägen. Der Handelsstreit zwischen China und den USA, die angespannte Lage im Iran und der drohende No-Deal-Brexit halten die Wirtschaft in Atem. Außerdem wollen sich die Schwellenländer unabhängiger vom US-Dollar machen. Die Folge: Im vergangenen Jahr hatten die Notenbanken nach WGC-Angaben weltweit 651 Tonnen Gold zugekauft, so viel wie seit 1971 nicht mehr.

Ab September läuft ein Goldabkommen ab, das 15 Notenbanken im Jahr 1999 abgeschlossen hatten. Sein Ziel war es, den Goldpreis zu stabilisieren. Dazu hatten sich die Notenbanken darauf verständigt, nur wenig Edelmetall zu verkaufen und stärker als Käufer aufzutreten. Die EZB begründet das Ende des Abkommens nun damit, dass der Goldmarkt sich weiterentwickelt hat. Experten erwarten, dass der Goldpreis auch nach Ende des Abkommens stabil bleibt. Einige rechnen sogar mit einem Preisanstieg auf 1.500 US-Dollar. (fp)