Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen zum vierten Mal in Folge unverändert gelassen – angesichts des Umstands, dass die Inflation nahe ihrem Zielwert verharrt und sich die Wirtschaft der Eurozone als widerstandsfähig erweist. Der Einlagensatz blieb am Donnerstag (18.12.) bei zwei Prozent, so wie von allen Analysten in einer "Bloomberg"-Umfrage erwartet.

Die Notenbanker verzichteten weiterhin auf Hinweise zu künftigen geldpolitischen Schritten. Sie betonten, dass sie "von Sitzung zu Sitzung" je nach eingehenden Daten entscheiden werden.

Neue Prognosen
Die neuen Prognosen des EZB-Stabs gehen von einem robusteren Wirtschaftswachstum aus sowie von einer Rückkehr der Inflation auf zwei Prozent im Jahr 2028, nachdem sie in den nächsten beiden Jahren unter diesem Niveau bleiben dürfte. Die aktualisierte Einschätzung "bestätigt, dass die Inflation sich mittelfristig am Zielwert von zwei Prozent stabilisieren sollte", erklärte die EZB.

"Für 2026 wurde die Inflation hauptsächlich deshalb nach oben revidiert, weil die Fachleute nun mit einem langsameren Rückgang der Teuerung bei Dienstleistungen rechnen", hieß es. "Das Wirtschaftswachstum dürfte höher ausfallen als in den September-Projektionen angenommen, getragen vor allem durch die Binnennachfrage."

Laut den jüngsten von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen wird die durchschnittliche Gesamtinflation 2025 bei 2,1 Prozent, 2026 bei 1,9 Prozent, 2027 bei 1,8 Prozent und 2028 bei 2,0 Prozent liegen. Die Wachstumsschätzungen wurden für 2025 auf 1,4 Prozent, für 2026 auf 1,2 Prozent und für 2027 auf 1,4 Prozent nach oben revidiert. Für 2028 wird von 1,4 Prozent ausgegangen.

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