In den vergangenen Tagen haben die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Verhandlungen im Zollstreit mit China scheitern zu lassen, ein Fragezeichen hinter den jüngsten Aufwärtstrend an den Kapitalmärkten gesetzt. Für Investoren hat die neue Eskalation verschiedene Auswirkungen. "Solange eine Einigung im Handelsstreit das wahrscheinlichere Szenario ist, haben wir es mit einer asymmetrischen Risikoverteilung zu tun", schreiben die Experten von Oddo BHF AM in ihrem monatlichem Investmentbrief.

Noch sehen sie zwar keinen Grund, Risiken in den Portfolios abzubauen, dennoch bereiten sich die Analysten bereits auf verschiedene Szenarien vor. Sollte es zu einem Abbruch der Verhandlungen zwischen China und den USA kommen, dürften vor allem Schwellenländer leiden. Von Titeln aus den Emerging Markets würden sich die Anlageprofis daher in diesem Fall trennen, ebenso wie von anderen Risikowerten wie Aktien- und Hochzinsanleihen. Deutsche Staatsanleihen dagegen würden als sichere Häfen an Attraktivität gewinnen.

Fed verleiht Aktien Auftrieb
Eine Einigung im Handelskonflikt hätte entgegengesetzte Effekte auf die Märkte. Aktien aus den Schwellenländern würden profitieren, ebenso wie Hochzinsanleihen und zyklische Werte aus Europa. Entsprechend würde der Asset Manager solche Werte zukaufen.

Insgesamt blicken die Analysten positiv in die Zukunft: "Vom Handelsstreit abgesehen präsentiert sich das makroökonomische Gesamtbild positiv", schreiben die Marktbeobachter. Das globale Wachstum hat seit Januar angezogen, auch dank der US-Notenbank Federal Reserve. "Die Maßnahmen der Fed gegen den Abzug von Liquidität haben Risikowerten Auftrieb gegeben", so die Analysten. (fp)