Die Coronakrise hat Immobilienaktien einen Dämpfer versetzt. Besonders gelitten haben durch die Arbeit im Homeoffice die Sektoren Büro- und Gewerbeimmobilien: "Kurz- bis mittelfristig ist Büroraum weniger gefragt und bis 2022 ist mit einer anhaltenden Abwärtskorrektur bei den Mieten zu rechnen", stellt Laurent Denize, Chefanlagestratege bei Oddo BHF Asset Management, in einer aktuellen Analyse fest. Auch für den Einzelhandelssektor sieht es laut Denize trüb aus – durch den Umstieg der Kunden auf den Online-Handel sind die Mieteinnahmen derzeit nicht sicher. 

Doch nach Ansicht des Experten sind nicht alle Immobilien-Sektoren von diesen schlechten Aussichten betroffen. So sieht er Wohnimmobilien trotz oder gerade wegen der Pandemie als Wachstumsmarkt, da dieses Segment kaum von der Krise betroffen war und da nun ungenutzte Büroflächen in Wohnraum umgewandelt werden. Auch Gewerbeimmobilien bestimmter Branchen seien gut aufgestellt: "Bei entsprechender Risikobereitschaft sehen wir Anlagechancen bei diversen Immobilienunternehmen, die auf langfristige Trends und Themen wie Online-Handel, Logistik, Datenzentren, Sendemasten oder Forstwirtschaft ausgerichtet sind", sagt Denize.

Zu früh für Neupositionierung
Auch Immobilien-Anleger, die sich Sorgen wegen der steigenden Zinsen machen, beschwichtigt Denize. Steigende Zinsen seien nämlich gleichzeitig ein Indikator für steigende Wachstumserwartungen der Zentralbanken und somit auch für Immobiliengesellschaften ein positives Signal. Insgesamt rät der Experte aber noch abzuwarten, bis es zu einer Stabilisierung der Zinsen und einer Neubewertung physischer Immobilienwerte, insbesondere im Bürosegment kommt. Solange sei es "noch zu früh für eine Neupositionierung im Sektor – und zu spät für einen Verkauf". (fp)