Ökonom: Droht ein anhaltender Energiepreisschock?
Die Anfang der Woche gesehene Panik am Ölmarkt dürfte nicht der Beginn eines Energiepreisschocks sein. Julius-Bär-Ökonom Norbert Rücker sieht vielmehr Chancen für eine Stabilisierung des Ölpreises.
Am Ölmarkt zeigte sich in den vergangenen Tagen zeitweise Panikstimmung. Für einen anhaltenden Energiepreisschock müsste der Konflikt im Nahen Osten aber weit über die zuletzt gesehene Dynamik hinaus eskalieren, schreibt Norbert Rücker, Leiter Economics and Next Generation Research bei Julius Bär, in einem Marktkommentar.
Ölmarkt noch immer im Überschuss
"Wir gehen davon aus, dass die Ölversorgung aus dem Nahen Osten in dieser Woche und danach um bis zu 75 Prozent zurückgehen könnte", sagt Rücker. Doch er betont: "Wichtig ist, dass diese prognostizierten vorübergehenden Produktionsausfälle den Überschuss auf dem Ölmarkt in diesem Jahr nur verringern, aber nicht beseitigen."
Unterschiede zu früheren Krisen
Der Markt scheine Angst vor größeren Risiken zu haben, die Sorge vor einer drohenden Ölkrise belaste die Stimmung. "Die Situation während der Energiekrise 2022/2023 war jedoch eine ganz andere, da der Schock nach der Pandemie eine breit angelegte Inflation ausgelöst hatte, die nicht allein ihren Ursprung im Energiemarkt hatte", erläutert er. Auch die Ölschocks Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre seien ganz anders verlaufen, sagt der Ökonom: "Damals war die Weltwirtschaft viel stärker von den Ölpreisen abhängig als heute." (jh)















