Martin Hüfner, Chefvolkswirt von Assenagon und volkswirtschaftlicher Berater der österreichischen Hello Bank, fordert höhere Zinsen. Auch wenn niedrige Zinsen auf kurze Sicht hilfreich seien, um Konjunktur und Preissteigerungsraten anzukurbeln, würde die Überstimulierung mittel- bis langfristig zu Verzerrungen und zu schwer wieder gut zu machenden Schäden führen. Auch der zunehmende Populismus sei laut Hüfner ein Resultat zu niedriger Zinsen.


Zehn Gründe, warum nach Ansicht von Martin Hüfner höhere Zinsen notwendig sind, finden Sie in unserer Fotostrecke oben. 


Hüfner warnt davor, dass die Stützung der Wirtschaft durch zu niedrige Zinsen nicht dauerhaft anhalten könne. Oftmals werde verdrängt, dass viele der heutigen Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft darauf zurückzuführen seien. "Wenn sie noch lange auf diesem Niveau bleiben, entstehen Schäden, die in dieser Generation vielleicht nicht mehr gut zu machen sind."

Unter höheren Zinsen versteht Hüfner ein Niveau, das ausreicht, um die bestehenden Ungleichgewichte in der Volkswirtschaft zu beseitigen. Das wären unter den gegenwärtigen Bedingungen rund drei Prozent für zehnjährige Bundesanleihen (1,5 % reales Wachstum plus 1,5 % Preissteigerung). Zuletzt gab es solche Zinsniveaus vor acht Jahren (Grafik). Davor waren die Zinsen in Deutschland immer höher. (aa/mb)