Finanzökonomen aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und den USA fordern, kleine und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise nicht durch neue Kredite, sondern durch Formen von Beteiligungsfinanzierung zu unterstützen. Die Experten rund um das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung (SAFE) schlagen dazu vor, direkte Geldtransfers an Unternehmen mit einer vorübergehend erhöhten Gewinnsteuer zu verbinden.

Durch die eigenkapitalähnliche Finanzierungsstruktur sinke die Schuldenlast der betroffenen Firmen. Eine Umsetzung auf europäischer Ebene, zum Beispiel durch einen Europäischen Pandemie-Beteiligungsfonds, erhöhe die Banken- und Finanzstabilität der Eurozone insgesmt, weil Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Mitgliedstaaten verhindert werden, führen die Experten in einem Forderungspapier aus. Zu den Autoren gehören Arnoud Boot (Universität Amsterdam), Elena Carletti (Universität Bocconi und Florence School of Banking and Finance), Hans-Helmut Kotz (Harvard Center for European Studies und SAFE), Jan Pieter Krahnen (SAFE), Loriana Pelizzon (Goethe-Universität Frankfurt und SAFE) und Marti Subrahmanyam (New York University, Stern Business School).

KMUs benötigen Hilfen besonders dringend
Die Finanzökonomen schlagen daher vor, Finanzhilfen für Unternehmen ohne Kapitalmarktzugang durch einen Tausch von Barzahlung gegen eine vorübergende Gewinnsteuererhöhung unter Einbeziehung bestehender nationaler Institutionen bereitzustellen. Die Gewinnsteuern für einen festgelegten Zeitraum zu erhöhen, würde die europäischen Mitgliedstaaten an den Erfolgen einer wiedererstarkenden europäischen Wirtschaft beteiligen. Eine solche Umsetzung würde nicht nur ein gemeinsames Verständnis von Verantwortung und Solidarität in Europa schaffen, sondern auch dazu führen, dass alle Länder gemeinsam von einem neuen Aufschwung profitieren. (kb)