Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur OeBFA hat Mitte dieser Woche eine neue 100-jährige Bundesanleihe begeben. Wer bereit ist, dem Staat sein Geld bis 2121 anzuvertrauen, erhält dafür einen jährlichen Fixzins von 0,85 Prozent (ISIN: AT0000A2HLC4). Die Republik nimmt damit zwei Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf – zu noch viel günstigeren Konditionen als vor zwei Jahren.

Im September 2017 sorgte Österreich als erstes Land in der Eurozone, das eine 100-jährige Anleihe begibt, für Schlagzeilen. Der Zinskupon lag bei 2,1 Prozent per annum (AT0000A1XML2). Mit Blick auf die Laufzeit nicht besonders üppig, denn für eine zehnjährige Anleihe hatte man damals noch um die 0,6 Prozent erhalten. Doch die Ansprüche der Investoren sollten sehr rasch noch weiter sinken: Im Jahr 2019 stockte die Republik ihre 100-jährige Anleihe auf, musste den Anlegern dafür aber nur noch 1,17 Prozent bieten.

Im Jahr 2017 hatte die Zinszahlung der 100-jährigen Anleihe übrigens noch exakt die Inflation abgegolten, die auf Jahresbasis damals bei 2,1 Prozent gelegen hatte. Davon ist man mittlerweile weit entfernt. 2019 lag die Inflation in Österreich bei 1,5 Prozent. Die Schätzungen aus Dezember gehen für die Jahre 2020 und 2021 von ähnlichen Größenordnungen aus. (eml)