Die Tweets von US-Präsident Donald Trump haben schon manches Mal die Finanzmärkte in Turbulenzen gestürzt. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China wird durch die Twitter-Aktivitäten Trumps beeinflusst. Nicht nur, dass eine Einigung derzeit in weite Ferne gerückt scheint – jetzt könnte es auch noch zu einem Währungskrieg kommen, sagt Jean-Marie Mercadal, Chefanlagestratege beim französischen Asset Manager Ofi.

Chinas Währung habe seit Anfang Mai knapp 3,5 Prozent verloren. "Es besteht die Gefahr, dass dies andere Währungen der Schwellenländer schwächen und eine Kettenreaktion auslösen könnte", sagt Mercadal. Europa könne so zum "Bauernopfer" von China und den USA werden, sollte sich der Handelsstreit weiter zuspitzen: Die USA könnte ihre Autozölle ausweiten, und die Vorschriften für geistiges Eigentum und Technologietransfer wären womöglich in Gefahr.

Börse Überraschungen möglich
Die Märkte hätten so sehr mit einer Einigung der Großmächte gerechnet, "dass ein negatives Szenario nicht in die Kurse eingepreist zu sein scheint", warnt Mercadal. Dennoch hält er einen positiven Ausgang des Konfliktes für möglich – wenn Trump die richtigen Worte findet. Und das nicht nur auf Twitter, sondern auch beim nächsten G20-Gipfel. (fp)