Beschleunigtes Tapering und drei Zinserhöhungen innerhalb eines Jahres: Der Zeitplan der US-Notenbank Fed beschleunigt sich. Dass auch die Bilanzsumme schrumpfen soll, sobald der Zinserhöhungszyklus begonnen hat, findet unter Marktbeobachtern aktuell noch wenig Beachtung, meint Axel Botte, Marktstratege beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management (OAM). Das sollte es aber: "Die Bilanzpolitik wird nun im Protokoll als Instrument genannt, um eine übermäßige Abflachung der Renditekurve zu vermeiden, wie seinerzeit Greenspans Dilemma, das zur Aufblähung der Immobilienblase beitrug und zu der anschließenden verheerenden Finanzkrise im Jahr 2008 führte", sagt Botte.

Seiner Einschätzung nach könnte der Ausübungspreis des Fed-Puts viel niedriger sein als Anleger heute vielleicht denken. Der Fed-Put beschreibt das Vorgehen der Notenbank, die US-Aktienmärkte in Schwächephasen immer wieder indirekt aufzufangen, indem sie die Kurse mithilfe ihrer Instrumente stützt. "Der Anstieg des S&P um 27 Prozent im Jahr 2021 lässt der Fed viel Spielraum, bevor sie eingreift, vor allem in einem Inflationsumfeld, das sich stark von dem des Jahres 2018 unterscheidet", sagt der Stratege. (fp)