Nach dem fulminanten Höhenflug an den internationalen Börsen scheint es so, als ob der Markt langsam damit begönne, Richtung Korrektur umzuschalten: "Ein Blick auf die entsprechenden Stilfaktoren zeigt, dass 'geringe Volatilität' und 'Qualität' im zweiten Quartal dieses Jahres nur eine sehr geringe relative Performance aufwiesen. Seit Juli sind sie hingegen sehr gefragt", sagt Axel Botte, Marktstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management. Jene Value-Titel, welche in der vergangenen Aufschwungsphase noch bejubelt worden sind, würden nun eine negative Performance verzeichnen, schreibt Botte in seinem Marktkommentar.

Darüber hinaus verweist der Marktstratege darauf, dass die aktuell noch geringe Volatilität bei genauer Betrachtung ein kontrastreicheres Bild zeigt: Während der US-amerikanische Volatilitätsindex VIX sich in den vergangen zwei Monaten relativ ruhig verhielt, erreichte der SKEW-Index – das empfundene Tail-Risiko der S&P-500 Renditen – Ende Juni ein Rekordhoch. "Die geradezu buddhistische Haltung des Marktes ist also nur an der Oberfläche stimmig", interpretiert der Ostrum-AM-Mann. "Angesichts eines Wachstums, das seinen Höhepunkt eindeutig überschritten hat, tun wir uns schwer, Gründe für einen zweiten Atemzug der Märkte zu finden." (fp)