Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es die Vermutung, dass die Immobilienpreise in Deutschland konjunkturbedingt nachgeben könnten. Das hat sich bisher nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Zumindest bei Wohnimmobilien hat die Pandemie die Nachfrage sogar noch angeheizt – mit entsprechenden Folgen für die Preise. Laut einer Analyse von Immoscout24 ist das Interesse an Eigentumswohnungen und Häusern im vergangenen Jahr im ein Drittel gestiegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Insgesamt lag die Nachfrage deutlich über dem Angebot. Zu Beginn dieses Jahres hat sich dieser Trend fortgesetzt.

Die diversen Corona-Lockdowns haben in vielen Menschen offenbar erst recht den Wunsch nach mehr Platz zum Leben geweckt. Laut Immoscout24 sind vor allem geräumige Eigentumswohnungen mit Balkon oder Garten gefragt, die im Ernstfall genügend Raum für Homeoffice und -schooling bieten. Solche Objekte verzeichneten in den vergangen drei Monaten eine um ein Drittel höhere Nachfrage. Für Eigentumswohnungen mit mehr als 150 Quadratmetern Wohnfläche gab es auf dem Immobilienportal 133 Prozent mehr Kontaktanfragen auf Inserate als im Vorjahreszeitraum. Auch Wohnungen mit einer Größe von 100 bis 150 Quadratmetern waren der Analyse zufolge überdurchschnittlich stark gefragt.

Städte bleiben attraktiv
Eine beliebte Hypothese lautet, dass die Covid-19-Pandemie vermehrt Städter aufs Land treibt und so vor allem die Preise in den Speckgürteln der Metropolen in die Höhe schießen lässt. Die Daten von Immoscout24 bestätigen diese Vermutung allerdings nicht. Zwar ist in einigen Regionen die Nachfrage nach Häusern im Umland tatsächlich kräftiger gestiegen als innerhalb der Stadtgrenzen, etwa in Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Zugleich ist der Wettbewerbsdruck in den Metropolen aber ungebrochen hoch. Das spricht gegen eine Stadtflucht und dafür, dass insgesamt schlicht mehr Eigenheim-Interessenten unterwegs sind als vor der Pandemie. "Deutschlandweit boomt die Nachfrage nach Wohnimmobilien zum Kauf", bestätigt Immoscout24-Geschäftsführer Ralf Weitz in der FAZ. (fp)