Peter E. Huber: Qualität ja, aber nicht um jeden Preis
Während die Börsen zulegen, ging es für prominente Börsenstars wie Novo Nordisk in den vergangenen Monaten deutlich nach unten. Das zeigt die Risiken bei beliebten Aktien, sagt Fondsmanager Peter E. Huber.
Hätte man Anleger noch vor Kurzem nach den besten Qualitätsaktien in Europa gefragt, so Fondsmanager Peter E. Huber, dann hätten diese mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nestlé aus der Schweiz, eine Novo Nordisk aus Dänemark oder eine ASML aus den Niederlanden genannt.
Doch all diese Titel wiesen zuletzt eine desaströse Kursentwicklung auf. Und das, obwohl die Börsen von einem Hoch zum nächsten eilen. Für den Manager des Mischfonds Huber Portfolio zeigt das, wie wichtig es ist, sich auch gegen den Strom zu positionieren.
Mit der Beliebtheit steigt die Fallhöhe
Dass die Börsenfriedhöfe voll sind mit ehemaligen Qualitäts- und Wachstumsaktien, hat seiner Meinung nach viel damit zu tun, dass die Börsen effizient sind. Huber: "Es sind nicht nur alle öffentlich zugänglichen Informationen in den Kursen bereits enthalten, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren Wertentwicklung."
Gesellschaften mit guten Produkten, einer soliden Bilanz und einer guten Gewinnentwicklung seien aufgrund ihrer Beliebtheit in der Regel entsprechend hoch bewertet, was letztlich vor allem viel Raum für Enttäuschungen lässt.
Unbeliebt, unterbewertet, untergewichtet
Huber setzt deshalb auf Märkte, Branchen und Einzelwerte, welche seine drei "U-Kriterien" erfüllen: "Sie müssen unbeliebt, unterbewertet und in den Depots untergewichtet sein." Dies sei dann gegeben, wenn krisenhafte Entwicklungen oder niedrige Wachstumserwartungen zu einer längeren Abwärtsentwicklung bei den Börsenkursen geführt haben.
Trotz der zahlreichen Indexhöchststände gebe es solche Situationen auch aktuell zuhauf. Etwa in den Emerging Markets oder bei verschiedenen Branchen wie Automobil samt Zulieferern, Chemie, Energie- und Rohstoffe, Biotechnologie. "Aufgrund der allgemeinen Börsenlage sollten Positionen aber nur schrittweise und mit nach unten gestaffelten Limiten aufgebaut werden", so Huber. (jh)














