Wenn Peter E. Huber die aktuelle Lage an den Börsen betrachtet, fallen ihm zwei Aspekte besonders ins Auge. Erstens haben viele Aktienindizes historische Höchststände erreicht, obwohl die wirtschaftliche Lage alles andere als berauschend ist. Zweitens fällt eine immer stärkere Konzentration auf wenige "Börsenlieblinge" auf, wie zum Beispiel amerikanische Technologieaktien.

Hohe Kurse, hohe Bewertungen
In seinem aktuellen Marktkommentar schreibt der Portfoliomanager von Taunus Trust: "Nicht nur die Aktienkurse sind gestiegen, sondern auch deren Bewertung." So weise beispielsweise der Lieblingsindikator von Börsenlegende Warren Buffett, das Verhältnis von Börsenkapitalisierung zum Bruttoinlandsprodukt, auf sündhaft teure US-Aktien hin. Auch international sehe es nicht viel besser aus, meint der Manager des Huber Portfolio.

Der Anstieg der Aktienkurse sei jedoch teilweise berechtigt, so Huber. Er beschreibt die Lage als einen "Melt-up-Boom", getrieben unter anderem von weltweiten Schuldenexzessen, die eine Flucht in Sachwerte zur Folge hätten. "Die gegenwärtige Lage gleicht einem Tanz auf dem Börsenvulkan, und stärkere Korrekturen an den Aktienmärkten sind jederzeit möglich", warnt Huber.

Tiefergelegte Investitionsquote
Er hat deshalb bereits vor einiger Zeit die Investitionsquote in Aktien von durchschnittlich 70 Prozent auf 60 Prozent gesenkt. "Bei weiter steigenden Aktienkursen sind wir auch mit der reduzierten Aktienquote noch gut dabei, halten aber viel Pulver trocken für antizyklische Käufe in stärkeren Korrekturphasen." Und natürlich meidet er als antizyklischer Investor die aktuellen Börsenlieblinge. (jh)