Der politische Konflikt zwischen China und den USA wird zum Risiko für chinesische Titel, glaubt Peter E. Huber, Geschäftsführer von Huber Portfolio. "Wir hatten vor zwei Jahren das asiatische Jahrzehnt ausgerufen, weil wir das langfristige wirtschaftliche Potenzial Asiens deutlich höher einschätzen als in den USA und in Europa", schreibt der Value-Investor in einer Markteinschätzung. Die chinesischen Titel entwickelten sich bislang aber "enttäuschend". Zusätzlich sei das Risiko eines Taiwan-Konflikts, mit dem Handelsverbote und Kursverluste einhergehen könnten, zu groß.

Er habe deshalb schon vor einiger Zeit begonnen, chinesische Aktien in seinen Portfolios zu reduzieren. "Auch wenn uns angesichts der rekordtiefen Bewertungen, dem guten Wachstumspotenzial und den üppigen Dividendenrenditen das Herz blutet", so Huber, der als Fondsmanager bei Taunus Trust den antizyklischen vermögensverwaltenden Mischfonds Huber Portfolio und den antizyklischen Aktienfonds TT Contrarian Global verantwortet.

Anleger sollten die Füße stillhalten
Mit Blick auf den gesamten Aktienmarkt bleibt Huber vorsichtig. Die Kurse hätten sich zwischen Mitte Juni und Mitte August zwar eindrucksvoll erholt, doch Huber bewertet diese Entwicklung als Bärenmarktrally, also als einen kurzfristigen Aufschwung in einem übergeordneten Abwärtstrend. "Die Erholung wurde von den alten Favoriten (Tech-Aktien) angeführt", schreibt er. "Es kommt jedoch äußerst selten vor, dass die alten Favoriten auch in einem neuen Börsenzyklus den Markt anführen." Außerdem sei der Aufwärtstrend "kurz und heftig" gewesen, "wie es für übergeordnete Abwärtsbewegungen typisch ist".

"Es ist nicht die richtige Zeit, Aktien zu verkaufen, aber vielleicht noch etwas zu früh zum Kaufen", analysiert der Fondsmanager. Damit spricht er insbesondere Anleger an, die konjunktursensible Titel günstig kaufen wollen. "Viele dieser Titel sind heute ausgesprochen attraktiv bewertet", sagt Huber. Schaue man auf Einkaufsmanagerindizes, die in der Vergangenheit gute und zeitnahe Signale geliefert hätten, sei es aber noch zu früh für "aggressive Zukäufe". Denn: "Die nächsten Monate werden eine deutliche Kontraktion bringen", prognostiziert er. (fp)