Kaum jemand wird bestreiten, dass nachhaltiges Handeln langfristig gesehen das Gebot der Stunde ist. Im Geldsektor ist die Situation allerdings kompliziert, weil es nach wie vor keine einheitliche Definition von "nachhaltig" gibt und die Frage daher vorerst offen bleibt, ob nachhaltiges Investieren Rendite kostet oder einen Mehrertrag bringt. Zudem ist unklar, ob man Aktien, Anleihen oder andere Assetklassen mit dem Prädikat "nachhaltig" kaufen soll.

Vor allem die erste Frage dürfte nach wie vor viele Interessierte von einem Engagement abhalten, denn nicht überall, wo ESG oder SRI draufsteht, ist auch Nachhaltigkeit drin. Welche ethisch-nachhaltigen Ausschlusskriterien gibt es eigentlich, und was bedeutet es, wenn diese wirklich rigoros angewendet werden? Aus Vertriebssicht kommt noch die Problematik hinzu, dass der Verkauf eines als nachhaltig eingestuften Produkts zusätzlichen Erklärungsbedarf schafft. Als Berater riskiert man dabei, dass sich ein angepriesenes Konzept als Underperformer erweist.

Auf der anderen Seite muss man sich inzwischen auch mit der Frage beschäftigen, ob nicht auch das Ignorieren nachhaltiger Investmentkonzepte Risiken birgt. Nicht nachhaltige Investments könnten etwa infolge des Klimawandels Ertragsprobleme bekommen. Dass man sich als Profi mit dem Thema beschäftigen muss, lässt das Volumen des nachhaltig agierenden Pictet-Water-Fonds vermuten: Dieser Ur-Fonds zum Thema Nachhaltigkeit verwaltet heute bereits 4,5 Milliarden Euro.

Verschaffen Sie sich in unserer Chartstrecke oben einen Überblick über die wichtigsten Daten zu nachhaltigen Investments. (hw)