Anleger sollten sich näher mit japanischen Aktien beschäftigen. Diese sind laut Einschätzung von Pictet Asset Mangement so stark gefallen, dass sie jetzt zu billig sind, um sie einfach zu ignorieren. Zuletzt war der Topix-Leitindex die fünfte Woche in Folge abgerutscht. “Das ist eine Kaufgelegenheit”, meint Hiroshi Matsumoto, Chef für Japan-Investments bei dem Vermögensverwalter, in einem Telefoninterview mit Bloomberg aus Tokio.

Der Markt ist seiner Meinung nach unterbewertet, weil Investoren übermäßig pessimistisch sind mit Blick auf die nächste Runde an Quartalszahlen, die in zwei Wochen beginnt, und wegen der Spannungen mit Nordkorea. Am vergangenen Freitag wurde der Topix zum 13,2-fachen des prognostizierten Zwölf-Monatsgewinns gehandelt. Im Vergleich zum amerikanischen S&P 500 Index ist das ein Abschlag von 24 Prozent. Sobald die Marktteilnehmer realisierten, dass sie zu negativ eingestellt seien, sollten die Aktien in Tokio steigen, sagte Matsumoto.

Der Topix ist seit seinem 15-Monats-Hoch am 13. März bis Ende vergangener Woche um 7,5 Prozent gefallen. Damit liegt das Börsenbarometer im bisherigen Jahresverlauf fast vier Prozent im Minus – die zweitschlechteste Entwicklung unter 24 Industrieländer-Aktienmärkten, die von Bloomberg beobachtet werden. Die Aktien waren aufgrund von Ereignissen im Ausland unter Druck geraten. Dazu zählten beispielsweise Angst über Nuklear-Test von Kim Jong-Un und ein Kommentar von US-Präsident Donald Trump, dass der Dollar zu stark sei. 

Hoffnung auf gute Zahlen
Matsumoto ist mit Blick auf Nordkorea nicht besorgt, insbesondere nicht nach dem Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit Trump. “Es gibt eine gewisse Chance, dass Xi mit den USA kooperiert, um Druck auf Nordkorea auszuüben", meint er. 

Obwohl der Yen gegenüber dem Greenback in diesem Jahr um mehr als sieben Prozent zugelegt hat, wettet Matsumoto, dass Investoren positiv überrascht werden, wenn Unternehmen ihre Prognosen für das neue Geschäftsjahr, das am 1. April begonnen hat, vorlegen. Er glaubt, dass die solide Weltwirtschaft die Gewinne antreibt und dass gut geführte Unternehmen die Währungsrisiken bewältigen können. "Falls sie relativ stabile Prognosen für das Fiskaljahr 2017 aufzeigen, wird das ein Katalysator dafür sein, dass die Leute zu glauben beginnen, dass der Markt billig ist und die Geschäftsergebnisse nicht so schrecklich schlimm sind”, sagte Matsumoto. (aa)