Der Goldpreis war zuletzt auf Berg- und Talfahrt. Für Arun Say, Senior Multi Asset Strategist bei Pictet Asset Management, steht aber außer Frage, dass Gold ein wertvolles Mittel zur Risikominderung bleibt. Das gelte insbesondere in bestimmten wirtschaftlichen und politischen Szenarien.

Gold glänzt nicht zu jeder Zeit
Natürlich schütze das Edelmetall aber nicht gegen alle Unwägbarkeiten, sagt Say. So sei Gold in Zeiten wirtschaftlicher Abschwünge oder Rezessionen nicht immer effektiv als Absicherung.

Dagegen habe es sich historisch als starker Schutz gegen Inflation bewährt. Das habe sich beim Inflationsschock Anfang der 1970er Jahre gezeigt; und auch in der jüngeren Vergangenheit, während der Covid-19-Pandemie und der darauf folgenden Inflationsperiode, habe Gold seine Rolle als sicherer Hafen unter Beweis gestellt.

"Darüber hinaus bleibt Gold ein verlässlicher Schutz gegen politische Unsicherheiten", so Say. Die geopolitische Neuordnung, Handelskriege und die Erosion institutioneller Glaubwürdigkeit hätten schließlich dazu beigetragen, dass der Goldpreis seit Anfang 2025 um 80 Prozent gestiegen ist.

Sicherer Hafen – aber nicht ohne Risiko
Doch obwohl Gold als sicherer Hafen gelte, sei es eben keineswegs risikofrei. "Mit einer langfristigen Volatilität von 16 Prozent pro Jahr ist es sogar volatiler als der S&P 500", erläutert der Multi-Asset-Experte. Dennoch bleibe Gold ein attraktives Investment, insbesondere in Zeiten erhöhter politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Aus dem Grund hält er Gold auch aktuell für eine attraktive Anlageoption. Sollten sich jedoch die geldpolitischen Rahmenbedingungen oder die geopolitische Lage signifikant ändern, könnte eine Neubewertung der Goldpositionen erforderlich sein. (jh)