Die Tschechische Nationalbank (CNB) hat erstmals digitale Vermögenswerte erworben und ein Testportfolio im Umfang von einer Million US-Dollar aufgelegt. Laut CNB soll es helfen, praktische Erfahrungen mit Blockchain-basierten Anlagen zu sammeln und interne Prozesse zu prüfen. Das Portfolio umfasst Bitcoin, einen US-Dollar-Stablecoin und eine tokenisierte Einlage – eine Aufstockung ist nicht vorgesehen.

Integration in offizielle Reservebestände derzeit nicht geplant
Der Beschluss wurde Ende Oktober vom Bankrat gefasst. Die Analyse zeige, dass digitale Assets an Bedeutung gewinnen und verstärkt in Portfolios von Unternehmen und Fonds auftauchen könnten. Allerdings betont die CNB, dass eine Integration in die offiziellen Reservebestände derzeit nicht geplant sei.

"Ich kam im Januar 2025 auf die Idee, ein Testportfolio aufzubauen", sagte CNB-Gouverneur Aleš Michl. Nach internen Diskussionen innerhalb der CNB sei der Fokus auf Bitcoin, Stablecoins und tokenisierte Einlagen erweitert worden. Man wolle die Öffentlichkeit fortlaufend informieren und das Projekt in zwei bis drei Jahren abschließend bewerten.

Keine Auswirkungen auf geldpolitische Eingriffe
Die CNB weist darauf hin, dass das Testportfolio getrennt von den internationalen Reserven geführt wird und keine Auswirkungen auf geldpolitische Eingriffe hat. Preisrisiken blieben dennoch erheblich. "Es ist wichtig zu betonen, dass der Wert von Bitcoin erheblich schwanken kann", so Michl.

Parallel dazu hat die Zentralbank den Innovationshub CNB Lab gestartet, der neue Technologien wie Blockchain, digitale Vermögenswerte, KI-Werkzeuge und Zahlungsinnovationen testen soll. Ziel ist es, laut Michl, Kompetenzen aufzubauen und das Finanzsystem auf künftige Entwicklungen vorzubereiten. (mb)