Die Covid-19-Pandemie löste im Februar einen schwindelerregenden Sturzflug der Wirtschaftstätigkeit aus und beendete die mit 128 Monaten längste jemals dokumentierte Wachstumsphase. So rasant wie es damals bergab geht, so gemächlich dürfte nun die Erholung erfolgen, glauben die Anlageprofis von Pimco.

Anfang Juni haben sich die Experten des Asset Managers aus aller Welt in einer Videokonferenz zusammengeschaltet und über die konjunkturellen und politischen Perspektiven gesprochen. "Wir kamen zu dem Schluss, dass unser Basisszenario nach wie vor eine holprige und ungleichmäßige Erholung vorsieht, wobei die Wirtschaftsaktivität in den meisten Volkswirtschaften der westlichen Welt vermutlich nicht vor 2022 auf ihr Vorkrisenniveau zurückkehren wird", fasst Pimco-Chefökonom Joachim Fels das Ergebnis zusammen. Mit anderen Worten: Die Wirtschaft nahm den Fahrstuhl nach unten und wird nun die Treppe schrittweise wieder hochsteigen müssen.

Zeitintensive Umverteilungsprozesse
Die Experten nennen vier Gründe, die für einen langsamen Aufstieg sprechen. Erstens bleibt eine behördlich verordnete soziale Distanzierung vonnöten und wahrscheinlich, bis eine wirkungsvolle Behandlungsmethode gegen das Virus weithin verfügbar ist. "Das bedeutet, dass viele Sektoren nicht in der Lage sein werden, ihre Kapazitäten bald wieder auf das Niveau vor der Krise auszuweiten", sagt Fels. Zweitens dürften die globalen und nationalen Lieferketten über geraume Zeit gestört bleiben, da die Wiederbelebung der Wirtschaft in den einzelnen Ländern, Regionen und Sektoren ungleichmäßig verlaufen wird.

Drittens ist die Umverteilung von Arbeit und Kapital von Unternehmen und Sektoren, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, auf jene, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, ein zeitintensiver Prozess. Und viertens dürfte der Schuldenüberhang im Unternehmens- und Haushaltssektor als Folge der Rezession die Konsum- und Investitionsausgaben auf absehbare Zeit einschränken. (fp)