100 Jahre Laufzeit und ein jährlicher Kupon von stattlichen 7,25 Prozent: Das sind die Eckdaten der neuen Anleihe, die der ewige Pleitestaat Argentinien vor wenigen Tagen platziert hat. Allerdings liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit des Bonds bei über 97 Prozent, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet.

Die Zeitung führt hierfür detaillierte Berechnungen der britischen Fondsgesellschaft M&G an. Deren Rentenfondsmanagerin Claudia Calich, seit 24 Jahren bei M&G, hat die Ausfallwahrscheinlichkeit in einem firmeninternen Standardmodell für Anleihebewertungen ermittelt. Das Modell war zwar nicht in der Lage, die Wahrscheinlichkeit für die gesamte Laufzeit von 100 Jahren zu berechnen, doch schon bei 50 Jahren belief sie sich auf beängstigend hohe 97,6 Prozent.

Großes Interesse bei Investoren
Die exorbitante Ausfallwahrscheinlichkeit des Schuldscheins, der erst am 28. Juni 2117 zurückgezahlt wird, ist für Kenner kaum erstaunlich. Immerhin hat das lateinamerikanische Land seit seiner Unabhängigkeit, die es im Jahr 1861 erlangte, eine unrühmliche Karriere als Dauerbankrotteur hingelegt: Acht Mal ging der Staat pleite, das letzte Mal im Dezember 2001.

Dennoch kam die neue Anleihe bei Investoren bestens an: Für den fast 2,8 Milliarden US-Dollar schweren Bond erhielten die Konsortialbanken um Citi und HSBC Kaufaufträge in Höhe von 9,75 Milliarden Dollar (8,71 Milliarden Euro). (am)