Nach Jahren fallender Zinsen und unvorteilhafter Konditionen nah an der Nulllinie erhalten Sparer nun erstmals wieder mehr für ihr Geld. Seit dem 12. März sind die Zinsen auf Spareinlagen in Deutschland wieder leicht gestiegen, zeigt eine Auswertung des Finanzportals tagesgeldvergleich.de. Beim Tagesgeld haben elf Banken die Konditionen angehoben, beim Festgeld sogar 16 Institute. "Wir erwarten, dass sich der Trend noch verstärkt", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) André Salzwedel von dem Portal.

Für Tagesgeld erhalten Sparer nun bis immerhin zu 0,50 Prozent Zinsen im Jahr, für Festgeld mit einer Laufzeit von einem Jahr sind es derzeit bis zu 1,05 Prozent. Auffällig: Besonders gute Konditionen winken Sparern vor allem bei Banken, die Anhängsel eines Unterehmens sind. Bei der Renault Bank direkt beispielsweise etwa gibt es aufs Tagesgeld aktuell 0,45 Prozent Zinsen.

Unternehmen brauchen Liquidität
Salzwedel erklärt die positive Entwicklung mit der Corona-Krise. Weil das grassierende Virus das öffentliche Leben in Deutschland und Europa quasi zum Stillstand gebracht hat, seien die Einnahmequellen vieler Unternehmen versiegt. Über die Spareinlagen der Bürger versuchen sie nun, Geld einzusammeln, um weiterhin liquide zu bleiben. (fp)