Portfoliomanager: Wieso Japan bei der Diversifikation so hilfreich ist
Japan bietet laut Amova-Manager Will Low attraktive Diversifikationschancen für globale Aktienportfolios – entscheidend sei jedoch eine aktive Titelauswahl statt passiver Marktansätze.
Für globale Aktieninvestoren kann Japan eine wichtige Rolle in der Portfoliodiversifikation spielen. Diese Meinung vertritt Will Low, Global Equity Portfolio Manager bei Amova Asset Management. Entscheidend sei jedoch nicht ein pauschales Engagement im Markt, sondern der gezielte Zugang zu spezifischen Unternehmen und Ertragsquellen.
Renditetreiber unterscheiden sich
Bei der Allokation in japanische Aktien gehe es vor allem um die Frage, ob der Markt Zugang zu Unternehmen bietet, die die Struktur eines globalen Portfolios sinnvoll ergänzen. "Für die Risikostreuung ist Japan interessant, weil sich die Renditetreiber des Marktes deutlich von denen unterscheiden können, die die führende Rolle der US-Aktien prägen", so Low. Während US-Märkte häufig von wenigen Mega-Cap-Wachstumswerten dominiert würden, eröffne Japan ein stärker diversifiziertes Set an wirtschaftlichen Einflussfaktoren.
Insbesondere ermögliche der japanische Markt ein Engagement in Teilen des globalen Konjunkturzyklus, die enger mit Investitionsausgaben in Produktivität sowie dem physischen Ausbau moderner Infrastruktur verbunden seien. Damit erhielten Anleger Zugang zu einem anderen Renditeprofil als in stark technologiegetriebenen Märkten wie den USA.
Bottom-up-Auswahl ist entscheidend
Wichtig sei jedoch die selektive Herangehensweise. Japan sei weniger ein Markt für breit gestreutes Beta-Exposure, sondern vielmehr eine wachsende Quelle für aktive Anlagechancen. Der Fokus liege auf der Analyse einzelner Geschäftsmodelle, insbesondere dort, wo sich Fundamentaldaten und die Entwicklung der Kapitalrenditen mit hoher Überzeugung bewerten lassen.
"Japan kann daher eine nützliche Rolle bei der Diversifizierung spielen", so Low weiter. Die größten Chancen ergäben sich durch eine konsequente Bottom-up-Aktienauswahl. Gerade dieser selektive Ansatz ermögliche es aktiven Managern, die strukturellen Unterschiede des Marktes gezielt zu nutzen und langfristig Mehrwert im Portfolio zu generieren. (jh)














