Portfoliomanagerin: Das könnte eine Neubewertung bei Goldminen bringen
Trotz hoher Goldpreise, Rekordmargen und starker Bilanzen bleiben viele Anleger von Goldminenaktien fern. Laut Van Eck fehlt es dem Sektor weniger an guten Fundamentaldaten als an Vertrauen in Management, Kapitalallokation und langfristige Wertschöpfung.
Goldminenaktien haben sich zuletzt besser entwickelt als der Goldpreis selbst. Während Gold im Mai leicht nachgab, legten die Kurse vieler Minenunternehmen zu. Dennoch bleibt das Interesse zahlreicher Investoren verhalten. Nach Einschätzung von Van Eck liegt dies weniger an den Fundamentaldaten als an einem anhaltenden Vertrauensdefizit gegenüber der Branche.
"Vertrauen ist der fehlende Rohstoff bei Goldaktien", sagt Imaru Casanova, Portfoliomanagerin für Gold und Edelmetalle bei Van Eck. Aus Sicht des Vermögensverwalters sprechen die aktuellen Rahmenbedingungen eigentlich für den Sektor. Gold notiere nahe seinen Höchstständen, die Produzenten verfügten über starke Bilanzen und erzielten hohe freie Cashflows. Dennoch fließe ein Großteil des Kapitals weiterhin in physische Goldanlagen oder andere Anlageklassen.
Tief sitzende Skepsis
Die Zurückhaltung vieler Anleger ist laut Van Eck vor allem auf Erfahrungen aus früheren Rohstoffzyklen zurückzuführen. Viele Investoren zweifelten daran, dass die aktuell hohen Gewinne dauerhaft bei den Aktionären ankommen. Als Gründe nennt der Vermögensverwalter unter anderem wertvernichtende Übernahmen, steigende Kosten, unsichere Dividenden sowie schwer kalkulierbare politische, ökologische und soziale Risiken.
"Es ist keine Skepsis gegenüber Gold. Es ist ein Mangel an Vertrauen in Goldaktien als das richtige Vehikel, um ein Engagement darin aufzubauen", heißt es in der Analyse. Die Branche müsse daher beweisen, dass sie die derzeit günstigen Rahmenbedingungen in nachhaltige Wertschöpfung für Investoren umwandeln könne.
Kapitaldisziplin soll Vertrauen schaffen
Als entscheidend für eine Neubewertung des Sektors sieht Van Eck eine konsequente Kapitaldisziplin. Unternehmen müssten realistische Ziele setzen, diese zuverlässig erfüllen und ihre Investitionsentscheidungen transparent machen. Besonderen Nachholbedarf sieht der Vermögensverwalter bei der Erfolgskontrolle von Übernahmen und Großprojekten.
Eine zentrale Rolle komme dabei dem Management zu. Erfolgreiche Bergbauunternehmen zeichneten sich durch operative Kompetenz, transparente Kommunikation und eine langfristig ausgerichtete Kapitalallokation aus. Nach Ansicht von Van Eck sind erstklassige Managementteams in der Branche jedoch weiterhin eine knappe Ressource.
Konsolidierung als Chance
Positiv bewertet Van Eck eine gezielte Konsolidierung des Sektors. Regional fokussierte Zusammenschlüsse mit klaren Synergien könnten die Effizienz steigern und gleichzeitig größere, liquidere Unternehmen schaffen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um breiter aufgestellte institutionelle Anleger für den Sektor zu gewinnen.
Die Chancen auf zusätzliche Kapitalzuflüsse seien durchaus vorhanden. "Eine kleine Allokation aus dem generalistischen Pool hat große Auswirkungen auf den gesamten Sektor", betont Van Eck. Gelinge es den Unternehmen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, könnte dies nach Ansicht des Vermögensverwalters eine Neubewertung von Goldminenaktien auslösen. (dv)













