Wenn die Börsen auf den ersten Blick betrachtet steigen, dann liegt das derzeit an einigen wenigen Technologieunternehmen von der Wall Street, sagt Roberto Rossignoli, Portfoliomanager beim digitalen Vermögensverwalter Moneyfarm. Er hat die Lage in einem aktuellen Marktkommentar analysiert und sieht eine Reihe von Unsicherheiten an den Aktienmärkten. Das größte Risiko sind seiner Ansicht nach die zu hohen Erwartungen an die Notenbanken: "Es mag ihnen zwar noch gelingen, kurzfristig die Stimmung aufzuhellen, auf längere Sicht ist aber alleine das Wachstum wichtig."

Rossignolis Analyse der globalen Aktienindizes zeigt, dass es um die Märkte nicht gut bestellt ist. Seit dem Höchststand am 18. Januar 2018 haben die Kurse in Schwellenländern um 25 Prozent nachgegeben. Der europäische Markt sowie Asien, Australien und der Nahe Osten haben zusammengenommen 17 Prozent verloren. Nur an der Wall Street konnten die Aktienkurse um zwei Prozent zulegen. Und diese ausnahmsweise positive Wertentwicklung sei zudem lediglich von drei Sektoren getragen worden, sagt Rossignoli: der Konsumgüterindustrie, der Informationstechnologie und den Versorgern.

Vorsicht geboten
Rossignoli zufolge deutet also vieles auf einen Bärenmarkt hin. Daher hält er eine vorsichtigere Allokation für angemessen. Werden die weltweiten Aktienmärkte in den kommenden Monaten unter Druck kommen? "Bei der Antwort tendieren wir zu einem ,Ja‘", sagt Rossignoli.  Er rät aber davon ab, vorschnell die Aktienquote im Portfolio zu reduzieren. "Aktien sind derzeit noch weit davon entfernt, extrem teuer zu sein", sagt er. (fp)