Positive Signale: Europas Wirtschaft trotzt Trumps Handelswirren
Spanien überrascht mit kräftigem Wachstum, Frankreich setzt seine Erholung fort. Neue Konjunkturdaten zeigen, dass Europas große Volkswirtschaften den von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelsunsicherheiten bislang standhalten.
Die spanische Wirtschaft ist Ende vergangenen Jahres stärker gewachsen als erwartet. Auch die französische Wirtschaft setzte ihr Wachstum fort. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber den von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelswirren.
Das Bruttoinlandsprodukt Spaniens stieg im vierten Quartal um 0,8 Prozent – das stärkste Wachstum seit mehr als einem Jahr und deutlich über der mittleren Schätzung von 0,6 Prozent in einer Umfrage der Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Analysten. In Frankreich legte das BIP um 0,2 Prozent zu und entsprach damit den Erwartungen. Allerdings fiel das Wachstum geringer aus als in den vorangegangenen drei Monaten.

Weitere Daten aus Europas Top-Volkswirtschaften erwartet
Die Zahlen sind Teil einer Reihe von Konjunkturdaten aus den führenden Volkswirtschaften der Region. Im Laufe des Freitags (30.1.) werden auch für Deutschland und Italien Wachstumszahlen erwartet, bevor Eurostat das Ergebnis für die Eurozone insgesamt veröffentlicht. Ökonomen schätzen, dass das Bruttoinlandsprodukt der Währungsunion zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent gestiegen ist und sich damit etwas abgeschwächt hat.
In anderen Teilen des Euroraums legte das österreichische BIP um 0,2 Prozent zu, während das litauische um 1,7 Prozent wuchs.
Tourismus und Konsum treiben Spaniens Wirtschaft
Spaniens Wirtschaft übertrifft ihre Mitbewerber seit mehreren Jahren, gestützt durch eine boomende Tourismusbranche und Zuwanderung. Der jüngste Wachstumsschub wurde laut dem Statistikamt vor allem durch den privaten Konsum getragen. Spanien teilte am Freitag zudem mit, dass die Verbraucherpreise im Januar um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind und damit leicht über den Erwartungen lagen.
Politische Unsicherheit bremst Frankreich
In Frankreich war die zweite Jahreshälfte 2025 von einem weiteren Regierungszusammenbruch sowie Streit über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen geprägt. Letztere gelten als notwendig, um das hohe Haushaltsdefizit einzudämmen.
Die Investitionen stiegen im vierten Quartal um 0,2 Prozent, während sich das Wachstum der Konsumausgaben auf 0,3 Prozent beschleunigte. Für das Gesamtjahr 2025 wuchs die französische Wirtschaft um 0,9 Prozent – im Einklang mit den Annahmen der Regierung in ihren Haushaltsplänen.
Finanzminister Roland Lescure sagte, diese Widerstandsfähigkeit sei ein gutes Omen für das laufende Jahr. "Die Geschäfte liefen 2025 wieder an, mit Investitionen und Exporten", sagte er dem Fernsehsender "TF1". "Ich hoffe, dass wir 2026 zumindest die erwarteten ein Prozent erreichen werden." (mb/Bloomberg)















