Der wahrlich nicht als Russenfreund bekannte Investmentguru Jim Rogers hat seine Vorliebe für russische Dividendentitel erstmalig in seiner 46 Jahre währenden Karriere als Investor entdeckt. Mögen andere den nahe dem Allzeithoch stehenden amerikanischen Aktien nachlaufen, ziehen Rogers dagegen stark gedrückte Aktienmärkte an. Das gilt einmal für Japan, das sich trotz letztjähriger Hausse noch immer 60 bis 70 Prozent unter dem All-time-High befindet – und ganz besonders für Russland. Jeder hasse Russland, so Rogers, es sei der meist gehasste Börsenplatz, vielleicht mit Ausnahme Argentiniens, so ein Eintrag seines Blogs.

Prädikat "most hated" eröffnet große Chancen
In einer Rede, die er anlässlich der Skagen Neujahreskonferenz in London gehalten hatte, meinte Rogers, die Freilassung politischer Gefangener in den letzten Wochen seien willkommene Entwicklungen. Die Stimmung in Bezug auf den Aktienmarkt sei jedoch gänzlich anders. Der meistgehasste Aktienmarkt biete ihm, Rogers, gerade jetzt gute Investitionsmöglichkeiten. Der "Investment Case" Russland sehe angesichts zivilisierterer Politiker in Moskau gut aus, das Land habe als einer der wenigen Schwellenländermärkte keine großen Schulden und eine konvertible Währung.
 
Rogers besitzt nun Aktien der Moskauer Börse und an der Fluggesellschaft Aeroflot. Die Luftfahrtbranche scheint es dem Altmeister der Spekulation überhaupt angetan zu haben, hält er doch auch Positionen in SAS und der thailändischen NOK Air, wie der Branchendienst Citywire berichtet. (kb)