Aktien sind so beliebt wie seit langem nicht mehr. Vor allem Privatanleger haben die Kurse in den Sommermonaten mit Rekordkäufen hochgetrieben, berichtet das "Handelsblatt". So liegt der Aktienanteil in den Portfolios von Investoren, die nicht im Bankensektor tätig sind, weltweit bei rund 46 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der US-Großbank JP Morgan. Das letzte Mal, dass der Aktienanteil ähnlich hoch war, liegt drei Jahre zurück. Im Jahr 2018 lag er weltweit bei 47,6 Prozent. Damals folgte der schwerste Kurseinbruch seit der Finanzkrise, ausgelöst von einer strafferen Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). 

Bislang ist von drohenden Einbrüchen noch nichts zu sehen. Laut JP Morgan ist im Juli eine Rekordsumme von fast 16 Milliarden US-Dollar in Aktien und ETFs geflossen, im August 13 Milliarden US-Dollar – historisch gesehen ein immer noch sehr hoher Wert. Allerdings wird die Fed wohl zum kommenden Jahreswechsel erneut die Geldpolitik straffen. Ob darauf ein erneuter Einbruch folgt, bleibt abzuwarten. Zuletzt haben sich Investoren auf Bereiche konzentriert, die auch bei gebremsten Wachstum und steigender Inflation gut laufen sollten, zeigt eine Auswertung der Bank of America (BofA).

Tech-Titel gewinnen
Gewinner der vergangenen sechs Monate waren Technologiewerte, mit Zuflüssen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar. Verlierer waren US-Staatsanleihen. Dort flossen 1,3 Milliarden US-Dollar ab. In der vergangenen Woche haben Anleger bei JP Morgan den Aktienanteil in ihren Depots im Schnitt auf 65,2 Prozent erhöht, ein neuer Rekordwert. Gleichzeitig haben sie die Anleihequote auf 17,7 Prozent gesenkt, auf einen niedrigeren Wert als je zuvor, berichtet das "Handelsblatt". (fp)