Die Schieflage des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande hat Spuren hinterlassen. An den Märkten zeichneten sich aufgrund des Bedrohungsszenarios zuletzt Turbulenzen ab. Es kam zum Abverkauf an den nationalen und internationalen Börsen, auch der Dax büßte ein. Und das Tal ist noch nicht durchschritten, glaubt man dem Marktkommentar der Fürst Fugger Privatbank: "Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Marktschwäche noch ein wenig anhalten könnte", sagt Marko Behring, Leiter des Asset Managements.

Eine Korrektur um mindestens zehn Prozent über die Sommer- und Spätsommermonate hat Behring zufolge beim Dax "schon fast Tradition". "Es würde uns nicht wundern, wenn der Markt bis Mitte Oktober sogar noch einen zwischenzeitlichen Ausflug unter die 200-Tage-Linie macht", sagt Behring. Aus seiner Sicht ist die aktuelle Kursschwäche aber gesund. Der Grund: Die Jahresendrally braucht eine "Startrampe". Die Grundlage dafür könnte eine etwas schärfere Korrektur im September und Oktober legen, sagt der Fuggerbank-Experte.

Gestaffelter Einstieg
Investoren sollten sich von den jüngsten Kursturbulenzen nicht verunsichern lassen, rät der Finanzprofi. Im Gegenteil: "Wir würden Anlegern zu einem gestaffelten Einstieg in mehreren Schritten raten." Die aktuelle Lage bedeutet für Behring nicht unbedingt, dass Anleger an der Seitenlinie stehen sollten. "Den echten Tiefpunkt einer Bewegung erwischt man ohnehin fast nie." (fp)