Wie lange wird die Inflation noch steigen? Über diese Frage scheiden sich bei den Ökonomen die Geister: Nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die Teuerung nur Folge der Pandemie sein und ab Januar abebben, andere Experten verlängern ihre Inflations-Dauer-Prognosen jeden Monat. Wie ein Kompromiss erscheint da die Prognose von Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management: "Der Ablauf, mit dem die verschiedenen Faktoren ihre Wirkung entfalten, ist entscheidend und so spricht vieles dafür, dass wir zunächst noch einen weiteren Anschub bei den Inflationsraten sehen werden", sagt der Vermögensprofi. Spätestens ab März kommenden Jahres dürfte der Druck aber seiner Ansicht nach nachlassen. 

Zu den mildernden Faktoren zählt der Experte die Argumente beider Seiten auf: Befürworter einer länger andauernden Inflation argumentieren mit den stark gestiegenen Erzeugerpreisen, die bislang kaum bei den Verbrauchern angekommen seien. Hinzu kommen die eingeschränkten Lieferketten und die hohen Transportkosten, die sich preistreibend auf Lebensmittel auswirken. Auch steigende Energiepreise, nicht zuletzt aufgrund der eingeführten CO2-Abgabe, sind ein wichtiger Faktor.

Preise werden nicht fallen
Auf der anderen Seite argumentiert die EZB, die Preissteigerungen beruhten auf einem Basiseffekt durch die Mehrwertsteuersenkung im vergangenen Jahr. Ähnlich sei es bei den Öl- und Gaspreisen. All diese Faktoren zusammengenommen, hält Mlinaric einen Rückgang der Inflation ab März für wahrscheinlich. "Nicht vergessen werden darf aber dabei, dass die einmal gestiegenen Preise wohl eher nicht in größerem Umfang fallen werden", betont der Experte. (fp)