Experten schlagen Alarm: In den USA erreichte der Leitindex S&P 500 zwar ein Rekordhoch nach dem anderen, doch die Börsenparty ist auf Pump finanziert, berichtet das "Handelsblatt". Laut Daten der US-Aufsichtsbehörde Finra ist das aufgewandte Kreditvolumen für Aktienkäufe in den vergangenen zwölf Monaten kontinuierlich gestiegen und erreichte zuletzt einen Rekordwert von 822 Milliarden US-Dollar. Damit ist der Wert verglichen zum Vorjahr um 70 Prozent geklettert. 

Ähnlich hoch waren die Kreditvolumina vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 sowie vor der Finanzkrise im Jahr 2007. Das Problem ist derzeit vor allem der steigende Margin Debt. Das ist in Aktien investiertes Geld, das Broker Anlegern vorstrecken, während der Marktwert des Depots als Sicherheit dient. Dieser Margin Debt ist seit vergangenem Jahr um 350 Milliarden US-Dollar gestiegen und damit nahezu doppelt so hoch, wie vor dem Beginn der Finanzkrise. US-Hedgefondsmanager Michael Burry warnte daher kürzlich bereits auf Twitter, der Markt reite derzeit auf der Rasierklinge. Er sah bereits die Finanzkrise im Jahr 2007 voraus. 

Spekulationen treiben den Kurs
Die Entwicklung hat eine Reihe von Ursachen. Einerseits treiben Hedgefonds die Kurse an den Kapitalmärkten durch kreditfinanzierte Hebel-Wetten in die Höhe. Andererseits hat die Zocker-Mentalität vieler Neuanleger, die im vergangenen Jahr mit Trading-Apps wie Robinhood in den Aktienhandel eingestiegen sind, ebenfalls zur Blasenbildung beigetragen. Gefährlich wird es für Anleger vor allem dann, wenn es zu einem Abwärtstrend kommt, schreibt das "Handelsblatt". Weil es dann wenig Neuinvestoren geben wird, um die fallenden Kurse zu retten. (fp)