Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die sechste Ausgabe seines bAV-Kompetenz-Ratings veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine interaktive Analyse von nicht-öffentlichen, sensiblen Daten, die direkt von den Anbietern an das Institut geliefert werden. Untersuchungsgegenstand waren über 90 Einzelkriterien in Beratung und Haftung (beide Bereiche gehen jeweils zu 30 Prozent Gewichtung in das Gesamtergebnis ein) sowie Service und Verwaltung (jeweils 20 Prozent).

Hintergrund: Bereits seit 2010 führt das Institut ein Produktrating für die Direktversicherung durch. Dabei wird das Angebotsspektrum aus Kundensicht beurteilt. "Wichtig ist jedoch, nicht nur die Produktseite der bAV zu betrachten, sondern auch die bAV-Kompetenz der Anbieter zu beleuchten, da es für Arbeitgeber immer schwieriger wird, den Durchblick rund um die bAV zu behalten", sagt Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP und Professor für Finanzmärkte und Financial Planning an der Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Da bringe das bAV-Kompetenz-Rating Licht ins Dunkel für Arbeitgeber und Finanzdienstleister.

Zwölf Versicherer sind Spitze
Ergebnis 2020: Zwölf Anbieter bekommen die Höchstnote "fünf Sterne" (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz,
  • Alte Leipziger,
  • Axa,
  • Dialog,
  • Ergo Vorsorge,
  • Generali Deutschland (früher: AachenMünchener),
  • HDI,
  • Stuttgarter,
  • Swiss Life,
  • Versicherungskammer Bayern (Konzernbetrachtung aus Bayern-Versicherung, Öffentliche Leben Berlin-Brandenburg und Saarland-Versicherung,
  • Württembergische sowie
  • Zurich Deutscher Herold.

Gegenüber dem Vorjahr fielen die Nürnberger und die Run-off-Gesellschaft Proxalto (früher Generali Leben) aus der Spitzengruppe heraus, während Ergo Vorsorge nun dorthin aufrückte. Fünf weitere Versicherer erhalten vier Sterne: Continentale, die Bayerische, LV 1871, Signal Iduna und WWK.

Sieben andere Versicherer wurden schlechter bewertet, werden aber traditionell vom IVFP nicht namentlich genannt. In der Gesamtnote schneiden die meisten Teilnehmer also sehr gut ab. Das liegt vor allem an der geringeren Teilnehmerzahl im Vergleich zu einem reinen Produktrating – in der Kompetenz lassen sich eben nur die Besten prüfen. Ähnliches Herangehen gibt es auch beim Kompetenz-Rating zur betrieblichen Krankenversicherung (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Warum andere Marktteilnehmer fehlen
Doch warum sind nur Versicherer bewertet worden, nicht jedoch ebenfalls auf bAV fokussierte Fondsgesellschaften, Firmenpensionskassen oder Pensionsfonds außerhalb der Assekuranz? "Unsere Kompetenzratings sind sehr aufwändig, da wir direkt in die Unternehmen gehen und die Abläufe, Prozesse betrachten und bewerten. Daher haben wir uns zunächst auf die Versicherer konzentriert", erklärt Hauer auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE.  "Falls jedoch eine Pensionskasse, ein Pensionsfonds oder eine Fondsgesellschaft Interesse hat, dann können wir deren bAV-Kompetenz ebenfalls mit unserem Verfahren untersuchen", so der IVFP-Chef weiter. (dpo)