Griechenland kämpft sich aus der Krise und macht dabei gute Fortschritte. Nach S&P und Moody’s hat mit Fitch nun die dritte große Ratingagentur die Bemühungen der griechischen Regierung honoriert. Fitch stufte Griechenlands Rating am vergangenen Freitag von "CCC" auf "B-" hoch, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Ausblick steht weiterhin auf "positiv".

Die politischen Risiken seien gesunken, das Wirtschaftswachstum stabil, begründete die Ratingagentur ihre Entscheidung. S&P hatte den Rating-Ausblick für Griechenland im Juli von "stabil" auf "positiv" gesetzt. Moody’s hob das Rating im Juni von "Caa3" auf "Caa2".

Die wirtschaftliche Genesung hat auch Effekte an der Börse: Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2016 hat der griechische Leitindex Athex Composite fast 90 Prozent zugelegt, schreibt das "Handelsblatt". Allein im laufenden Jahr ist er bislang um 26 Prozent gestiegen. Das Plus ist vor allem den Käufen ausländischer Investoren zu verdanken, die offenbar neuen Mut gefasst haben. Analysten bescheinigen der Börse in Athen weiteres Aufwärtspotenzial. Mit rund 830 Punkten ist der Index schließlich noch immer weit entfernt von seinem Vorkrisenhoch bei rund 5.000 Zählern. Neue Wirtschaftshilfen der Euro-Gruppe in Höhe von 8,5 Milliarden Euro sollen die griechische Wirtschaft weiter stützen.

Anleger brauchen Geduld
Auch bei Anodos Asset Management zeigt man sich optimistisch. Der Münchner Vermögensverwalter gehört zu den wenigen Vermögensprofis im deutschsprachigen Raum, die sich auf Griechenland-Investments spezialisiert und mit dem Hellas Opportunities Fund ein entprechendes Portfolio im Sortiment haben.

Das Makro-Bild hat sich zuletzt verbessert, sagt Fondsmanagerin Nota Zagari. Die hohe Volatilität und Ineffizienz des griechischen Aktienmarktes bieten ihrer Ansicht nach Chancen für aktive Investoren. Anleger sollten allerdings Geduld mitbringen: Die Erholung der griechischen Börse werde eine langfristige Angelegenheit sein, die bis zu 30 Jahre dauern könne. (fp)