Der Bund wird seine Anleihe-Emissionen im kommenden Jahr um ein Fünftel erhöhen – auf den Rekordwert von 512 Milliarden Euro. Damit soll eine Ausgabenoffensive finanziert werden, um die marode Infrastruktur zu sanieren und die Bundeswehr zu modernisieren.

Finanzagentur plant höhere Emissionen
Die in Frankfurt ansässige Deutsche Finanzagentur – zuständig für das Schuldenmanagement des Bundes – plant laut einer am Donnerstag (18.12.) veröffentlichten Mitteilung die Emission von rund 318 Milliarden Euro an Kapitalmarktwertpapieren über Auktionen sowie die Beschaffung von 176 Milliarden Euro über den Geldmarkt. Zudem sollen grüne Anleihen im Umfang von 16 bis 19 Milliarden Euro begeben werden.

Das geplante Gesamtvolumen übertrifft die 425 Milliarden Euro des Jahres 2025 und liegt auch über dem bisherigen Höchststand von rund 500 Milliarden Euro im Jahr 2023. Für das kommende Jahr sind insgesamt vier syndizierte Emissionen vorgesehen. Erstmals sind auch Anleihen mit 20 Jahren Laufzeit geplant.

Investitionen in Wachstum und Infrastruktur
Die Regierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) bemüht sich, Europas größte Volkswirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, nachdem sie seit der Pandemie mit anhaltender Schwäche ringt. Das Kabinett will in den kommenden zehn Jahren 500 Milliarden Euro in die Infrastruktur im Land investieren.

Mehr Geld für die Bundeswehr
Die Große Koalition aus Union und den Sozialdemokraten um Finanzminister Lars Klingbeil stockt zugleich die Mittel für die lange vernachlässigte Bundeswehr auf, um Europas veränderter Sicherheitslage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine Rechnung zu tragen.

Deutschland hat bei der Kreditaufnahme Spielraum, da die Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt deutlich unter 100 Prozent liegt und unter den G7-Ländern den mit Abstand niedrigsten Wert aufweist. (mb/Bloomberg)