Der Markt nachhaltiger Anlagen boomt in Deutschland und hat auch im Vorjahr wieder kräftig zugelegt. Mit einem Wachstum von 14 Prozent erreicht das Volumen nachhaltiger Fonds und Mandate, bei denen neben finanziellen auch ökologische und soziale Kriterien einfließen, den historischen Höchststand von 78,8 Milliarden Euro. Das zeigt der neue Marktbericht des FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen. Bei den nachhaltigen Anlagestrategien hat insbesondere das so genannte soziale Engagement – der Dialog mit Unternehmen zu Nachhaltigkeitsfragen – an Bedeutung gewonnen.

"Damit hat der nachhaltige Anlagemarkt in Deutschland seit 2008 jedes Jahr stärker zugelegt als der konventionelle Markt", erklärt der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber mit Blick auf die aktuellen Daten. "Dies ist eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings müssen wir zugleich selbstkritisch feststellen, dass der Marktanteil nachhaltiger Investments beispielsweise in Österreich oder der Schweiz deutlich höher liegt als im wirtschaftsstärksten Land Europas. Gerade hier bleibt also noch viel an Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Zumindest beim Mainstreaming nachhaltiger Ansätze konnte aber bereits einiges erreicht werden."

Wird eine breitere Marktdefinition zugrunde gelegt, kann sich Deutschland weitaus höherer Volumina rühmen. Bei über 1,5 Billionen Euro finden einzelne nachhaltige Kriterien oder Anlagestrategien Anwendung. Hiervon entfallen 402 Milliarden Euro auf die Anlagestrategie Engagement, deren Volumen sich damit binnen eines Jahres nahezu verdoppelt hat. Die drei wichtigsten Nachhaltigkeitsfragen bei den Engagement-Dialogen waren 2016 Klimawandel, Unternehmensethik und Menschenrechte – das diesjährige Schwerpunktthema des FNG-Marktberichts. (cf)