Der Absturz japanischer Staatsanleihen hat sich am Dienstag (20.1.) weiter verschärft. Die Kursverluste trieben insbesondere die Renditen von Langläufern auf beispiellose Höhen. Anleger haben damit dem Wahlkampfversprechen von Premierministerin Sanae Takaichi, die Steuern auf Lebensmittel senken zu wollen, eine klare Absage erteilt.

Rekordrenditen bei Langläufern
Die Rendite 40-jähriger japanischer Staatsanleihen erreichte vier Prozent – den höchsten Stand seit der Einführung dieses Papiers im Jahr 2007. Zugleich markiert der Wert ein Novum für sämtliche Laufzeiten japanischer Staatsanleihen seit mehr als 30 Jahren.

Auch die Rendite 20-jähriger Anleihen legte deutlich zu. Nach einer enttäuschenden Auktion kletterte sie um 13,5 Basispunkte, was die verbreiteten Sorgen über steigende Staatsausgaben und eine höhere Inflation weiter unterstrich.

Seit dem Amtsantritt Takaichis im Oktober ist die Rendite 20-jähriger japanischer Staatsanleihen um rund 70 Basispunkte gestiegen. Bei 30- und 40-jährigen Papieren erhöhten sich die Renditen um fast 60 Basispunkte.

Sorge vor internationalen Folgen
Angesichts der anhaltenden Volatilität an den Finanzmärkten in Tokio und der für den 8. Februar angesetzten Neuwahlen halten Investoren weitere Auswirkungen auf die internationalen Märkte für möglich.

"Japans Anleihemarkt befindet sich derzeit in einem Zustand, in dem es keine Käufer gibt und die Verkäufe nicht aufhören werden", erklärte Takashi Fujiwara, leitender Fondsmanager bei Resona Asset Management in Tokio. "Wenn die Senkung der Lebensmittelsteuer jedoch eingepreist ist, sollte der Abwärtstrend irgendwann vor der Wahl zum Stillstand kommen." (mb/Bloomberg)