Investoren werden vielleicht irgendwann wehmütig an die vergangenen Jahre zurückdenken, als Aktien- und Rentenindizes mehr oder weniger im Gleichklang immer weiter nach oben marschierten. Zukünftig könnte es anders aussehen. Das liegt unter anderem daran, dass die Bewertungen an den Aktien- und Kreditmärkten derzeit höher sind als zuzeiten der Rezession nach der globalen Finanzkrise (2008/09) und entsprechend weniger Upside-Potenzial besteht.

Wie die Kapitalmarktbeobachter rund um Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, in der aktuellen Ausgabe ihres "The Weekly Brief" erläutern, werden Investoren konsequenterweise mehr dafür tun müssen, um mit Risikoanlagen in ihren Portfolios die gewünschten Erträge zu erzielen.

Rückenwind für die Märkte
Dieses Jahr hat die Politik außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um die pandemiebedingte Durststrecke für Verbraucher und Unternehmen zu überbrücken. Diese Maßnahmen hätten Wirtschaft und Märkte wirksam unterstützt. "Der Rückgang der Realzinsen kam den Bewertungen zugute, während die Gewinne gelitten haben, und die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken haben zu schrumpfenden Kreditspreads beigetragen", heißt es im Begleittext.

Anleger sollten jedoch bedenken, dass die langfristigen Renditen im Allgemeinen von den Anfangsbewertungen beeinflusst werden, die derzeit sehr hoch sind, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Hohe Bewertungen sprechen für niedrige Renditen in der Zukunft

Aktives Portfoliomanagement notwendig
Laut Galler müsse in Zukunft der Schwerpunkt auf der selektiven Identifizierung von jenen Regionen, Sektoren und Unternehmen liegen, deren Gewinnaussichten von der Investorenmehrheit am meisten unterschätzt werden. (aa)