Rethfeld publiziert den Börsenbrief "Wellenreiter Invest“ und zählt zu Deutschlands führenden Experten im Bereich der technischen Analyse. In einem aktuellen Interview mit der ARD Börse äußert er die Einschätzung, dass ein erstes Ende der Börsentalfahrt in Sicht ist. Beim Dax sei der Höchststand des Jahres 2007 bei 8.152 Zählern eine wichtige Marke, die nun eine Unterstützung darstellen könnte. Als mögliche Auslöser einer solchen Trendwende sieht der Charttechniker positive Nachrichten, wozu etwa eine günstigere Infektionsstatistik zählen würde, weil sie zeigen könnte, dass die extremen Quarantänemaßnahmen den gewünschten Effekt zeigen.

Die umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken rund um den Globus bezeichnet der Analyst als Versuch, die Zeit bis zum Finden eines Medikaments zu überbrücken – sprich die Zahl der Firmeninsolvenzen und einen Anstieg der Arbeitslosen so gering wie möglich zu halten: "Das ist ein gigantischer historischer Versuch, ein unglaubliches Experiment“ erklärte Rethfeld gegenüber der ARD.  

Auf die Frage, ob man schon einsteigen könne, meint der Börsenbrief-Herausgeber, dass Anleger, die jetzt auf eine Erholung setzen, mit weiteren Rücksetzern zu rechnen hätten, auch wenn der Großteil der Verluste schon hinter uns liege. Dass sich auch 2020 der März als jener Monat der Trendwende entpuppen könnte (wie 2003 und 2009), glaubt Rethfeld deshalb nicht, weil der Abschwung erst seit drei Wochen laufe und derart ausgeprägte Panikphasen üblicherweise nicht V-förmig verlaufen. (gf)