Die Europäische Währungsunion hatte in den vergangenen Jahren keinen leichten Stand: Vor allem aus Deutschland hagelte es Kritik an der Vorgehensweise der Europäischen Zentralbank und ihrer lockeren Geldpolitik. Zudem seien die unterschiedlichen Auffassungen über die Finanz- und Geldpolitik im Süden und Norden der Staatengemeinschaft inzwischen unüberbrückbar. Diese Meinung teilt Klaus Regling, Chef des europäischen Rettungsfonds ESM, nicht. "Der Euro-Raum ist trotz Krise zusammengeblieben. Kein Land trat aus", betont er im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". 

Staaten wie Portugal und Griechenland hätten die Krise überstanden und seien nun wieder auf einem guten Weg. Zwar sorge es weiterhin für Spannung, dass die Finanzpolitik oft auf nationaler Ebene bestimmt werde – wie man am Beispiel Italien sehe. Jedoch stellt Regling klar: "Wir sind nicht die Vereinigten Staaten von Europa. Zentralisiert ist die Geldpolitik, nicht aber die Fiskalpolitik." Das könne funktionieren, müsse aber koordiniert werden. "Diese Koordination klappt nicht immer hundertprozentig, aber sie klappt einigermaßen", so Regling weiter.

Stabilitätspakt muss wieder einfacher werden
Dennoch räumt er ein, dass der Euro-Stabilitätspakt, der ursprünglich einheitliche Regeln für eine finanzpolitische Stabilität schaffen sollte, zu viele Ausnahmen enthält. Dadurch sei es oft "schwer nachvollziehbar, wie eine Entscheidung zustande kommt", sagt Regling und fordert: "Es braucht wieder einfachere Regeln." (fp)