Der Machtkampf zwischen China und den USA ist bei Anlegern schon seit Jahren ein Thema. Auch die aktuellen Entwicklungen bleiben spannend: China richtet in einer Regulierungswelle derzeit den Blick nach innen und stärkt den Staat, die US-Regierung geht mit einer Infrastrukturoffensive voran. Investoren sollten die Entwicklungen genau beobachten und ihre Schlüsse daraus ziehen, wie der Wettbewerb Unternehmen und deren Geschäftsbeziehungen beeinflusst. 

Die gute Nachricht: Es entstehen auch Anlagechancen. "Größere Unternehmen dürften besser in der Lage sein als kleine, sich auf die neuen Rahmenbedingungen entkoppelter Großmächte einzustellen", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt und Leiter für Research und Investment-Strategie bei Union Investment. Besonders flexible Unternehmen könnten dabei einen geringeren Einfluss des Konflikts auf das eigene Geschäft erleben oder sogar davon profitieren. "Bei Anlagen in China oder in den USA sollten Investoren beispielsweise auch mit einbeziehen, wie wichtig das Unternehmen für die jeweiligen Staatsinteressen ist", empfiehlt der Ökonom. "Dann haben Anleger trotz Machtpoker gute Karten."

Spannende neue Märkte
Zu besonderer Wachsamkeit rät Zeuner Anlegern bei strategisch wichtigen Branchen wie dem Gesundheitssektor oder der Kommunikation, darunter etwa den Mobilfunkstandard 5G und die Halbleitertechnologie. Auch regionale Unterschiede sind infolge des Konflikts möglich, doch auch die bieten Chancen: "Durch die (Rück-)Verlagerung von Produktion aus China könnten Länder wie Vietnam, Indien, die Türkei oder auch Mexiko profitieren", sagt der Experte. (fp)