Die Stimmung der Investoren ist vergleichsweise gut, aber immer noch deutlich schlechter als die tatsächliche Lage. Zu diesem Schluss kommt Lukas Daalder, Chefanlagestratege des Fondsanbieters Robeco, in seinem Fünf-Jahres-Ausblick. Trotz vieler Widrigkeiten und Herausforderungen ist Daalder insgesamt optimistisch gestimmt, was die globalen Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre angeht. Aktien aus den Industrieländern schätzt er als besonders aussichtsreich ein. Staatsanleihen hoher Bonität seien dagegen weiterhin unattraktiv. 

Besonders relevant für langfristig orientierte Anleger sind Daalder zufolge in den kommenden fünf Jahren die Themen Verschuldung, Schwellenländer und Erderwärmung. Vor allem bei zuletzt genannter komme es stark darauf an, welche Maßnahmen die beteiligten Parteien ergreifen würden. "Jedes Szenario ist allerdings mit Anpassungskosten verbunden, die sich negativ auf risikobehaftete Vermögenswerte und die Schwellenländer auswirken dürften", sagt Daalder. 

Anleihen aus Emerging Markets attraktiver als Aktien
Auch die erwartete Abschwächung der chinesischen Wirtschaft gebe Anlass zur Sorge. Zwar hätten die Unternehmensgewinne noch Luft nach oben, insgesamt aber seien Anleihen aus den Emerging Markets derzeit attraktiver als Aktien. Relativ entspannt blickt Daalder dagegen auf das Thema Verschuldung. 

Die Weltwirtschaft dürfte in den Jahren 2017 bis 2021 um jährlich rund drei Prozent wachsen, prognostiziert der Anlagestratege in seinem Basisszenario. Die durchschnittliche Inflationsrate dürfte weltweit bei 2,5 Prozent und in den Industrieländern bei zwei Prozent liegen. Grundsätzlich sei eine allmähliche Normalisierung der Weltkonjunktur die wahrscheinlichste Entwicklung.

Daalder hat sein Fünfjahres-Renditeziel für Aktien von 5,5 auf inflationsbereinigt 6,5 Prozent pro Jahr erhöht. Für europäische Staatsanleihen mit AAA-Rating erwartet er dagegen eine Minusrendite.von 3,5 und für qualitativ minderwertigere High Yields nur eine Plusperformance von einem Prozent per annum. (fp)