In diesem turbulenten Jahr gab es kaum Möglichkeiten, Gewinne an der Börse zu erzielen. Zu den wenigen Investitionsmöglichkeiten im Plus gehörten Unternehmen aus dem Energie- und Rohstoffbereich. Die aktuelle Rohstoff-Hausse könnte sich aber leicht als Strohfeuer entpuppen, warnt Andreas Görler, Fachmann für nachhaltige Investments beim Vermögensverwalter Wellinvest – Pruschke & Kalm in Berlin. Denn Investments in Rohstoffe sind aus verschiedenen Gründen kompliziert und keine Selbstläufer.

Kurzfristig könnte der Rohstoffmarkt laut Görler noch ein attraktives Chance-Risiko-Profil bieten, wenngleich mit hoher Volatilität. Langfristig dürfte die Anlageklasse aber kaum verlässliche Renditen liefern. Görler verweist auf die Klima- und Umweltrisiken sowie die damit verbundenen erheblichen finanziellen Risiken. "Der Großteil der verwendeten Rohstoffe und deren Förderung lässt sich trotz aktueller Notwendigkeit nur schwer mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vereinbaren", so der Experte. "Der weltweite Blick auf erneuerbare Energien sollte mittel- bis langfristig erfolgversprechender und auch sinnvoller sein."

Rohstoffe als politisches Druckmittel
"Hinzu kommt, dass man sich meist auch politische Risiken ins Depot holt, da Rohstoffe häufig in Schwellenländern abgebaut werden", sagt Görler. Außerdem nehmen die Förderländer massiv politisch Einfluss auf die Preise, beim Öl etwa über das Kartell der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). "Die aktuelle Situation ist ein extremes Beispiel, wie über Anpassungen der Fördermengen, Lieferstörungen durch vermeintliche Wartungsarbeiten, Sanktionen, Boykotte und Preisdeckelungen erhebliche Preisschwankungen und damit politische Spannungen ausgelöst beziehungsweise verstärkt werden", sagt Görler. (fp)