Rentenexperten kritisieren die aktuelle Politik der Bundesregierung zur Altersvorsorge: "Es ist unverständlich, dass Rentenpolitiker der unterschiedlichsten Parteien Forderungen aufstellen, die schlichtweg nicht zu erfüllen sind", sagt Peter Härtling, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung, DGfRP. "Vor allem, weil sie es wider besseren Wissens tun."

Härtlings Haupt-Kritikpunkt: Die Regierung nutze die derzeit sprudelnden Steuereinnahmen für Rentengeschenke, statt eine finanzierbare Basis für künftige Generationen zu schaffen. "Dabei wird nicht mit kommenden wirtschaftlichen Krisenzeiten gerechnet – und das ist fatal", so Härtling.
 
Dramatische Mehrbelastungen zu erwarten
Statt dessen führe die aktuelle Rentenpolitik zu dramatischen Mehrbelastungen der gesetzlich versicherten Beitragszahler. Der heutige Rentenbeitrag werde auch ohne weitere Geschenke von heute 18,7 Prozent auf mehr als 25 Prozent im Jahr 2050 ansteigen. Zudem wachse der Steuerzuschuss zur Rente stark an. "Es ist schlicht unmöglich, Rentenniveau, Beiträge und Renteneintrittsalter stabil zu halten, ohne einen immer größeren Teil des Bundeshaushalts in die Rente stecken zu müssen", sagt Härtling. "Wer auch immer solche Ideen in die Diskussion einbringt und sie als umsetzbar verkauft, der lügt."

Stattdessen plädiert der Rentenexperte für einen Ausbau der privaten Altersvorsorge: "Bislang streben wir eine Rente an, die den Lebensstandard im Alter sichert", so Härtling. "Besser wäre es, die Rente so umzubauen, dass sie das Existenzminimum sichert." Dazu sollten dann private Zusatzmodule kommen, mit denen jeder für sich ganz individuell die Höhe seiner späteren Rente festlegen könne. "Es ist die Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass niemand im Alter darben muss. Es ist aber nicht Aufgabe aller Steuerzahler, unter Verzicht auf eine eigene Zukunft den Lebensstandard aller Rentner zu sichern", sagt Härtling. (fp)