Der Finanzdienstleisterverband Afw organisierten Vermittler kritisieren das "mangelnde Angebot an vertriebsfähigen" geschlossenen Fonds und fordern mehr Unterstützung im Vertrieb. Das ist das Ergebnis einer Umfrage für das "9. Afw-Vermittlerbarometer", an der rund 1.000 Finanzdienstleister teilgenommen haben. 41 Prozent der Vermittler sind der Meinung, dass es nicht genügend "vermittelbare Angebote" gibt. 40 Prozent halten das Angebot indes für ausreichend.

Vermittler handeln anders als sie scheinbar denken
Vor dem Hintergrund, dass große Teile des freien Vertriebs immer noch provisionsorientiert arbeiten und daher gerne auf nicht oder nur teilweise regulierte Produkte zurückgreifen, mutet die Kritik etwas seltsam an. Es ist zwar richtig, dass das Angebot Alternativer Investmentfonds (AIF) überschaubar ist. Allerdings tun sich viele davon im Vertrieb schwer, obwohl sie voll reguliert und in der Regel vergleichsweise transparent sind.

Nach Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB), in dem die AIFM-Regulierung umgesetzt ist, gab es starke Ausweichtendenzen sowohl auf der Emittenten- als auch auf der Vertriebsseite. Deshalb haben heutzutage die soft regulierten Vermögensanlagen im Absatz einen höheren Stellenwert als die AIF. Vor allem Direktinvestments, operativ tätige geschlossene Fonds und Nachrangdarlehen haben im vorigen Jahr laut einer Erhebung von FONDS professionell mehr als 50 Prozent des Umsatzes erreicht.

Berater fordern mehr Aufklärung über das "Teufelszeug"
Laut Afw verkaufen nur 22 Prozent aller Vermittler geschlossene Publikums-AIF. Von den Beratern, die über die dafür notwendige Gewerbeberechtigung nach §34f Nr. 2 verfügen, bieten etwa zwei Drittel diese Produkte an. "38 Prozent könnten sie vermitteln", schlussfolgerte der Verband, "tun dies aber derzeit nicht". Gründe dafür seien unter anderem schlechte Erfahrungen der Kunden vor der Regulierung mit Produkten dieser Art und die "Intransparenz" der Angebote. Manche betrachten sie sogar als "Teufelszeug". Immerhin ein Fünftel hält Sachwertanlagen als rechtlich zu komplex und damit zu beratungsintensiv.

"Bei vielen Vermittlern ist noch nicht angekommen, dass sich mit den Änderungen durch das KAGB extrem viel zum Positiven, im Sinne von Transparenz und Sicherheit bei den Produkten, getan hat", wundert sich Afw-Vorstand Norman Wirth. Seiner Meinung nach müssen die Produktgeber weiter Aufklärungsarbeit leisten.

Denn die Vermittler wünschen sich laut Umfrage "mehr Argumentationshilfen über die Änderungen des KAGB, mehr Know-how über die (Weich-)Kosten, mehr Wissen über die Haftungssituation und über die Beratungsdokumentation". (ae)