Eine Gruppe von Führungskräften aus S&P-500-Konzernen hat in den vergangenen vier Wochen ein besorgniserregendes Verhalten an den Tag gelegt: Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, verkauften die Topmanager eifrig Aktien ihrer eigenen Unternehmen. Die Verkäufe lagen so deutlich über den Käufen, dass ein Insider-Barometer die schnellste Börsenflucht seit acht Jahren anzeigte. Zu den verkaufsfreudigen Managern gehörten laut Bloomberg unter anderem Amy Hood, die Finanzchefin von Microsoft, und Wendell Weeks, Vorstandschef des US-Materialentwicklers Corning.

Die Verkäufe der US-Manager sollten Anleger aufhorchen lassen. Man kann schließlich davon ausgehen, dass die Profis gut über die Geschäftslage ihrer eigenen Firmen Bescheid wissen. Ein weiteres Warnsignal: Dieselbe Gruppe von Investoren hatte bereits zu Jahresbeginn den richtigen Riecher bewiesen und den Corona-Crash im März korrekt vorhergesehen. Liegen die Manager etwa auch diesmal richtig?

Abstimmung mit den Füßen
Allein in der vergangenen Woche haben Unternehmensinsider Aktien im Wert von rund 974 Millionen US-Dollar verkauft, berichtet Bloomberg unter Verweis auf Zahlen der US-Börsenaufsicht SEC. Das waren mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Die Käufe legten mit zehn Prozent Plus zwar ebenfalls leicht zu, lagen aber in absoluten Zahlen bei gerade einmal elf Millionen Dollar. "Sie stimmen mit den Füßen ab", kommentiert Dan Genter, Chef von RNC Genter Capital Management. Die Insiderverkäufe seien zwar kein klares Signal dafür, dass die Unternehmen in der kommenden Zeit schwächeln. Sie seien aber auch nicht gerade ein gutes Zeichen.

Der US-Leitindex S&P 500 steuert derweil auf den schwächsten September seit der Finanzkrise zu. Anfang des Monats hatte er noch einen neuen Rekordstand verzeichnet, seitdem geht es abwärts. Die Präsidentschaftswahl im November könnte nach Einschätzung vieler Marktbeobachter für weitere Unruhe an der Wall Street sorgen. (fp)