An den Börsen gibt es noch Luft nach oben, ist man bei der Schoellerbank überzeugt. "Wir sehen keine Überbewertung der Aktienmärkte in ihrer Gesamtheit", erklärt Anlagestratege Jakob Frauenschuh. Zwar seien einige Marktsegmente inzwischen deutlich zu teuer. Mehrere Sektoren und Regionen haben aber durchaus noch Aufholpotenzial, meint der Experte. Das ist seiner Einschätzung nach nicht zuletzt den steigenden Anleiherenditen und der hohen Liquidität im Markt zu verdanken. "Der Anlagedruck dürfte auch weiterhin für Zuflüsse in die Aktienmärkte sorgen", prophezeit er.

In der Schoellerbank-Vermögensverwaltung sind Aktien denn auch weiterhin übergewichtet. "Taktisch gehen wir eine Übergewichtung in Europa und Asien ein, während wir in den USA untergewichtet positioniert sind", sagt Frauenschuh. Aktien seien im Vergleich zu Anleihen generell immer noch die deutlich attraktivere Anlageklasse, betont er. Es komme allerdings auf die Auswahl an: "Wir favorisieren weiterhin Qualitätsunternehmen." Darunter versteht der Stratege Firmen, die wirtschaftlich profitabel sind und zugleich hohe Umwelt- und soziale Standards einhalten sowie auf gute Unternehmensführung achten.

Mit Linkern gegen die Geldentwertung
Bei Staatsanleihen setzen die Anlageprofis der Schoellerbank angesichts der steigenden Verbraucherpreise vor allem auf inflationsgeschützte Papiere und mischen nur selektiv herkömmliche Bonds bei. "Bei Unternehmensanleihen achten wir auf solide Bonitäten, da wir krisenbedingt in Zukunft mit erhöhten Ausfallraten bei schlechten Schuldnern rechnen", erklärt Frauenschuh. Als eine Möglichkeit, den Niedrigzinsen beizukommen, nennt er das Beimischen von Fremdwährungsanleihen. Geldmarktpapiere kommen bei der Schoellerbank jetzt dagegen nicht ins Portfolio. (fp)